Promotionsvortrag Physik: Stabilisierung von biologischem Gewebe durch kontrollierten Wasserentzug für neue Implantatanwendungen

Dez 12
12. Dezember 2017 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Seminarraum 00.020, ZMPT, Henkestraße 91, Erlangen

Einladung zum Promotionsvortrag von Frau Nina Foh (geb. Lehenberger):
„Stabilisierung von biologischem Gewebe durch kontrollierten Wasserentzug für neue Implantatanwendungen“

Neben dem seit 1960 angewandten chirurgischen Herzklappenersatz zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen humaner Aortenklappen übernahm innerhalb der letzten 15 Jahre ein minimalinvasives Verfahren (TAVI = Transcatheter Aortic Valve Implantat[ion]) nach Fallzahlen die Führung.
Trotz dieses bemerkenswerten Fortschritts ist die Entwicklung des TAVI noch nicht abgeschlossen. So muss das TAVI bzw. die biologische Komponente aus porcinem Perikard während und nach der Herstellung zwingend in einer Flüssigkeit gelagert werden. Erst zu Beginn des Eingriffs kann die Zusammenführung mit dem Katheter erfolgen, da selbst kurzzeitiges Austrocknen das Klappenmaterial zerstört. Durch das neu entwickelte Verfahren wird die molekulare Gewebestruktur durch hygroskopische Austauschstoffe bei Wasserentzug stabilisiert. Durch diese Behandlung kann das Gewebe und somit das TAVI in einem weitgehend wasserfreien Zustand hergestellt, montiert, sterilisiert und gelagert werden. Der neuartige Prozess wurde so gestaltet, dass eine vollständige Wiederherstellung des Zustands des biologischen Materials vor dem Wasserentzug durch einfaches Spülen in physiologischer Kochsalzlösung erreicht wird und somit mehrere komplexe Schritte bei Herstellung und Anwendung des TAVI entfallen. Die Hauptschritte der Prozesskette aus mechanischer und chemischer Aufbereitung, Stabilisierung und Wasserentzug, der optionalen Verdichtung des Gewebes sowie ein Teil der Analysen des Gewebes z.B. hinsichtlich der Güte der Konservierung, der Integrität der Faserstruktur, der mechanischen Eigenschaften der Klappensegel oder der Biokompatibilität werden vorgestellt. (Vortrag auf Deutsch)

Dem Vortrag schließt sich eine Diskussion von 15 Minuten an. Vortrag und Diskussion sind öffentlich. Diesen Verfahrensteilen folgt ein nicht öffentliches Rigorosum von 45 Minuten.